Ingwer – die Wunderwurzel aus dem fernen Osten

IngwerwurzelVon kaum einer Knolle gehen derart heilsame Kräfte aus wie von diesem etwas unförmigen beigefarbenen Rhizom. Und vor allem jetzt in der kälteren Jahreszeit kann sie wahre Wunder bewirken!

Ingwer (zingiber officinale) gehört zur Familie der Gewürzlilien und ist in Südostasien beheimatet. Die Gattung „Zingiber“ umfasst 85 Arten und allein in Indien gibt es 30 unterschiedliche Ingwersorten. Heute ist das Verbreitungsgebiet weitaus größer und er wird auch in Afrika oder Australien großflächig angebaut. Man kann ihn sogar als Zimmerpflanze in unseren Breiten ziehen.

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt das Rhizom der Ingwerpflanze als universelles Arzneimittel. Neben ätherischen Ölen, Harzen, Vitaminen und Mineralien wie Eisen, Kalium und Kalzium enthält es die Substanz Gingerol, ein Terpenoid das in seiner pharmakologischen Wirksamkeit dem uns vertrauten Schmerzmittel Aspirin® sehr ähnlich ist. So hilft Ingwer zum Beispiel gegen Kopfschmerzen und ein regelmäßiger Konsum kann Migräneanfälle in ihrer Häufigkeit und Stärke verringern. Gingerol beugt Blutgerinnsel vor, in dem es das Blut dünnflüssig hält und eine Verklumpung der Blutplättchen verhindert. Gleichzeitig wirkt Ingwer schleimlösend bei hartnäckigem Husten, entzündungshemmend (z.B. bei entzündlicher Arthritis) und lindert Krämpfe, Durchblutungsstörungen, Schwindel, Bluthochdruck oder chronische Müdigkeit.
Auch auf unseren Verdauungstrakt hat die heilsame Knolle einen äußerst positiven Einfluss. Ingwer aktiviert die Speicheldrüsen, fördert die Bildung von Magensaft, kurbelt die Darmbewegung an und hilft gegen Brechreiz, Übelkeit oder Blähungen. Außerdem vernichten seine Schärfe schädliche Bakterien im Darm (u.a. ein Grund, warum in heißen Ländern generell so gerne scharf gewürzt wird). Auch gegen Erkältungen kann eine Tasse Ingwertee oft wahre Wunder bewirken! Der frische Wurzelstock stärkt das Immunsystem, fördert den Schweißfluss, heizt unseren Körper an kalten Tagen von innen auf und fördert die Ausscheidung von Toxinen und Viren.
Auch wenn Ingwer sicherlich kein Allheilmittel ist, so wirkt er sich doch nachweislich positiv auf unser Wohlbefinden und unsere seelische Verfassung aus.

Von der asiatischen Küche und Medizin ist der Ingwer nicht wegzudenken. Bereits vor 2500 Jahren verfeinerte Konfuzius seine Gerichte mit dem kostbaren Gewürz. In den englischsprachigen Ländern wie Großbritannien oder den Vereinigten Staaten kennt man ihn seit langer Zeit in vielerlei Varianten: als Kräutertee und Zusatz in Schwarzem Tee, in Limonaden (Ginger Ale) oder Bier (Ginger Beer), in Keksen, kandiert als Bonbon, mit Schokolade als Konfekt, zu Konfitüre verarbeitet oder gemahlen als Gewürzpulver. Sein frisches, würziges Aroma passt sowohl zu süßen als auch zu pikanten Gerichten. Selbst Eis wird damit hergestellt.
Nach Mitteleuropa fand die fernöstliche Wurzel ihren Weg bereits im 9. Jahrhundert. Aber in unserem Alltag führt sie selbst heute eher noch ein Schattendasein. Erst langsam kommen wir auf den Geschmack dieses ganz besonderen Gewürzes, das laut einer alten indischen Weisheit das „Feuer des Lebens“ zu entfachen vermag.

Tipp: Frischen Ingwer schält man am besten ganz dünn, da sich viele der wertvollen Substanzen gleich unterhalb der Schale befinden. Man macht dies unmittelbar vor dem Gebrauch und gerade nur soviel, wie man benötigt. So behält die restliche Knolle ihre wertvollen Stoffe und ihr frisches Aroma.

Bild © Isabel Synnatschke

Eine Reaktion zu “ Ingwer – die Wunderwurzel aus dem fernen Osten ”

  1. Kerstin Graubner

    Dankeschön für Ingwerinformation.Hier habe ich Antwort gefunden.

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