Wo wächst der Pfeffer?

Fällt der Begriff „exotische Gewürze“ denkt man an Curry, Zitronengras, eventuell auch an Chili oder Harissa. Aber das in Deutschland am häufigsten verwendete exotische Gewürz ist der Pfeffer, obwohl er uns so gar nicht exotisch erscheint. Selbst im Sprachgebrauch hat der Pfeffer seinen Platz gefunden. Sicher hat jeder schon einmal einen Mitmenschen dahin gewünscht, wo der Pfeffer wächst oder in einer kniffeligen Situation festgestellt, da liegt der Hase im Pfeffer. Auch über eine gepfefferte Rechnung haben wir uns alle irgendwann geärgert. Und Pfeffer und Salz ist zum Synonym für ein schwarz-weißes Stoffmuster geworden.

Wo wächst der Pfeffer?Aber wo wächst er nun wirklich, der Pfeffer? Seine Herkunft war lange Zeit ein gut gehütetes Geheimnis, weil weder die arabischen Händler, die den Pfeffer über Arabien und Ägypten nach Venedig lieferten, noch die venezianischen Kaufleute ihr Handelsmonopol gefährden wollten.
Erst als der Portugiese Vasco da Gama 1498 den Seeweg nach Indien entdeckte und mit einer Ladung Pfeffer zurückkam, verschob sich das Handelsmonopol von Venedig nach Lissabon. Preiswerter wurde der Pfeffer nicht, er galt noch immer als Luxusartikel und wurde mit Gold aufgewogen.

Auch heilende Wirkung wurde ihm nachgesagt, im Mittelalter galt er sogar als Heilmittel gegen die Pest. Damit hatte man den Pfeffer zwar überschätzt, aber seine antibakterielle Wirkung ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen. Außerdem steigert er die Speichelmenge und die Magensaftsekretion und erleichtert dadurch die Verdauung. In der Ayurveda-Heilkunde wird Menschen, die leicht frieren, Pfeffer als wärmendes Gewürz empfohlen. Manche Liebhaber des scharfen Gewürzes behaupten sogar, er wirke aphrodisierend. Ein Versuch kann ja nicht schaden, lecker sind ein Pfeffersteak oder als Nachtisch mit einem Hauch Pfeffer aromatisierte Erdbeeren auf alle Fälle.

Heute wächst die Pfefferpflanze, übrigens eine Kletterpflanze, nicht nur an Indiens Malabarküste, sondern auch in Brasilien, Malaysia, Thailand, Vietnam, den Philippinen und in Westafrika. Je nach dem Reifegrad bei der Ernte unterscheidet man grünen Pfeffer und schwarzen Pfeffer aus unreifen Früchten oder weißen Peffer und roten Pfeffer aus voll reifen Früchten. Während grüner Pfeffer meist in Salzwasser eingelegt wird, erhält der schwarze Pfeffer durch das Trocknen seine Farbe. Beim weißen Pfeffer wird die rote Schale der reifen Früchte entfernt, während roter Pfeffer wie der grüne mit Lake haltbar gemacht wird. Allerdings ist er ziemlich selten. Rosa Pfeffer ist kein echter Pfeffer, sondern die Frucht des Brasilianischen Pfefferbaumes. Vom Geschmack ähnelt er dem Pfeffer, ist aber milder.

Übrigens verliert gemahlener Pfeffer schnell seine Würzkraft, eine Pfeffermühle ist deshalb eine lohnende Anschaffung.

Die Pfefferkörner grün mit Mahlaufsatz sind für milde Gerichte zu verwenden, wünschen Sie einen würzigen- aromatischen Geschmack, dann nehmen Sie die Pfefferkörner schwarz mit Mahlaufsatz, soll Ihr Gericht sehr scharf werden, nehmen Sie die Pfefferkörner weiß mit Mahlaufsatz.

Fotoquelle: www.pixelio.de
Fotograf: Kellermeister

Eine Reaktion zu “ Wo wächst der Pfeffer? ”

  1. Cartoon

    Dies ist mal ein sehr aufschlussreichter Artikel über Pfeffer und was man schon immer mal darüber wissen wollte.
    Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung.

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