Die Speisezwiebel und ihre magischen Kräfte

Die Speisezwiebel und ihre magischen KräfteSie hat sieben Häute und beißt alle Leute. Es ist die in ihren Zellwänden enthaltene Aminosäure Isoallin, die bei der Verarbeitung sich in ein aggressives, leicht verdunstendes Sulfoxid verwandelt und die menschlichen Schleimhäute reizt. Zwiebeln treiben Tränen in unsere Augen und lassen die Nase triefen. „Wer in sie beißt, den beißt sie wieder und macht nass, die Augenlider“ lautet ein bekannter Kinderreim. Aber was kann sie noch, die Küchen- oder Speisezwiebel? Wie kamen die Menschen einst auf den Gedanken eine Knolle mit solchen Abwehrkräften zu essen und warum tun sie es heute noch?

Die Zwiebeln ist aus unserer Alltagsküche nichts wegzudenken. Mit ihr würzen wir die Saucen zu Fleischgerichten, den Bohnen- oder Kartoffelsalat, den Zwiebelrostbraten, kochen eine französische Zwiebelsuppe und backen einen Elsässer Zwiebelkuchen oder eine Quiche lorraine. Es ist jedoch nicht nur ihr gutes, würziges Aroma, das die Speisezwiebel so wertvoll macht. Schon früh erkannte man das heilsame Potential dieser Knolle. Der Römer Plinius berichtet bereits von dem Allium cepa, der an die 28 Krankheiten und Leiden zu heilen vermag. Seine gesundheitsfördernden Kräfte sind in etwa mit jenen der Knoblauchzehen zu vergleichen.

Die Speisezwiebel und ihre magischen KräfteDie Speisezwiebel enthält jede Menge essentielle Nährstoffe wie Kalium und Vitamin C sowie bioaktive Substanzen. Die in ihnen befindlichen Sulfide helfen uns bei Entzündungsherden. Sie lindern Gelenksschmerzen, Rheuma, Asthma, Katarrhe, Nasennebenhöhlenentzündungen, Halsweh, Bronchitis und Schwellungen nach Insektenstichen. Wer zum Beispiel nach einem Bienen- oder Wespenstich schnell eine Zwiebel kaut, der hilft seinem Körper sehr und hat viel weniger Schmerzen.

Zwiebeln sind ein hervorragendes Hausmittel bei Husten oder verstopfter Nase. Sie helfen nicht nur die Entzündungen abzuheilen, sondern lösen dank ihrer aggressiven Schwefelverbindungen den harten Schleim wieder auf und sorgen dafür, dass wir ihn leichter abhusten können. Viel Wahres steckt also in jener alten Redensart, die besagt „Dampfbad und Zwiebel heilen jedes Übel„. Auch die bakteriziden Eigenschaften des Zwiebelsaftes sind unumstritten. Er wirkt desinfiziert sowohl von außen als auch innerlich, fast wie ein natürliches Antibiotikum. Der scharfe Saft hilft äußerlich angewendet bei Hautentzündungen, Verbrennungen oder Akne. Und von innen unterstützt er unsere Verdauungsorgane, vertreibt Darmparasiten und regt die Tätigkeit der Harnblase an.

Die gesunde Knolle ist darüber hinaus der perfekte Schutz gegen Herz/Kreislauf-Krankheiten. Die in ihr enthaltenen Flavonoide, Adenosine verhindern gemeinsam mit den Sulfiden das Verkleben von Blutplättchen bzw. die Bildung von Blutgerinnseln. Die Flavonoide sind außerdem starke Antioxidantien, die Ablagerungen an Arterienwänden entgegen wirken und uns vor Arteriosklerose schützen. Zwiebeln sind somit die perfekte Ergänzung bei einer fett- und cholesterinreicher Ernährung, wenn nicht sogar ein Muss.
Diese heilsame Knolle kann aber noch viel mehr. Sie wirkt sogar vorbeugend gegen Krebs und senkt allen voran das Risiko an Darm- und Magenkrebs zu erkranken. Wieder sind es die Sulfide und das Flavonoid Quercetin, die hier eine entscheidende Rolle spielen. Zwiebeln enthalten außerdem ein pflanzliches Hormon namens Glukokinin, das den menschlichen Blutzuckerspiegel senkt und bei Diabetes hilft.

Schon eine einzige Zwiebel pro Tag hat eine nachweislich positive Wirkung auf unsere Gesundheit und auf unser gesamtes Wohlbefinden. Für die vielen Tränen, die wir beim Zwiebelschälen vergießen, werden wir also in jedem Fall reichlich belohnt.

Fotoquelle 1 und 2: wikipedia.org
Fotos wurden unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.

2 Reaktionen zu “ Die Speisezwiebel und ihre magischen Kräfte ”

  1. I. Gminski

    Wenn man von der Zwiebel spricht, ist die Knoblauchzwiebel mit den zahlreichen heilkräftigen Substanzen nicht zu vergessen. Allicin, ätherische Öle, Vitamine sind keim- und pilzabtötend, galletreibend, gefäßerweiternd und blutfettsenkend.
    Allerdings verursacht frischer Knoblauch bereits in kleinen Dosen bei manchen Menschen Magen- und Darmbeschwerden.

  2. Kleintraktor

    Ich muss sagen, top arbeit. Werde hier definitv öfters vorbei schauen! Sehr interessante Seite!

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