Der Koriander – weit mehr als nur ein simples Brotgewürz

Gemahlener KorianderIn Mitteleuropa kennt man in erster Linien die Samen dieses Doldenblütengewächs, das ursprünglich im Orient und im östlichen Mittelmeerraum beheimatet ist. Gemahlener Koriander ist mit seinem leicht süßlichen, orangeartigen Aroma fixer Bestandteil von Brotgewürzen und findet Einsatz bei der Herstellung von Lebkuchen oder beim Einmachen von Roter Beete. Auch in gutem Currypulver sind die fein gemahlen Samen enthalten.
Koriandersamen zählen zu den ältesten Gewürzen der Menschheit. Bereits auf ägyptischen Papyrusrollen, im alten Testament sowie in antiken chinesischen und indischen Heilbüchern werden sie erwähnt. Und auch die Griechen und Römern sollen sie in gemahlener Form ihrem Wein beigefügt haben.

Aber Koriander ist weitaus vielseitiger: Auch die frischen Blätter der bis zu 70 cm hohen Korianderpflanzen (Coriandrum sativum) sind weltweit eines der am meisten verwendeten Gewürze. Undenkbar eine feurige mexikanische Salsa oder ein thailändischer Kokosmilchcurry ohne die feine Note der grünen Korianderblätter, die optisch an unsere altbewährte, glattblättrige Petersilie erinnern, geschmacklich sich jedoch deutlich davon abheben. Ihr Aroma unterscheidet sich auch sehr von dem der Samen und ist für viele Mitteleuropäer anfangs oft etwas gewöhnungsdürftig, da es mitunter entfernt an Seifenlauge erinnern kann. Wer aber einmal auf den Geschmack gekommen ist, der wird die grünen Blätter lieben und kaum mehr darauf verzichten mögen.
Es wird nicht nur in Thailand, Indien und anderen asiatischen Ländern sowie in Nord-, Mittel- und Südamerika fleißig mit diesem Kraut gewürzt, sondern auch schon auf der iberischen Halbinsel sind die Korianderblätter zum Beispiel wichtiger Bestandteil des portugiesischen Nationalgerichts, der „Sopa Alentejana„, eine mit Knoblauch und Koriander gewürzte Suppe, in der eine Scheibe Brot und ein verquirltes Ei schwimmt.

Gelegentlich werden die Korianderblätter im deutschen Sprachraum nicht nur als „chinesische Petersilie“ sondern auch als „Wanzenkraut“ oder „Wanzendill“ bezeichnet, weil sie – ebenso wie ihr eigenwilliger Geschmack – auch einen durchaus gewöhnungsbedürftigen Duft verströmen. Dieser galt früher sogar als Dämonen abwehrend und es herrschte der Aberglaube, dass das grüne Korianderkraut Flöhe und Läuse abschreckt und tötet. Tatsächlich beruhigt es aber die Nerven und vermag unseren Körper sogar von Umweltgiften wie Quecksilber zu befreien.

Sammen KorianderAuch in Form von Samen hatte der Koriander bereits in der Antike einen fixen Platz in der Pflanzenheilkunde. Als besonders wertvoll gelten seit jeher seine gesunden, ätherischen Öle. Sie regen den Appetit an, fördern die Verdauung, helfen bei Völlegefühl, lösen Blähungen oder Krämpfe, beruhigen den Magen sowie den Darm und hemmen Entzündungen. Außerdem können sie bei Muskelschmerzen und Rheumaerkrankungen für Linderung sorgen.
Koriander ist nicht nur ein ausgesprochen gutes Gewürz sondern auch ein ausgezeichnetes pflanzliches Heilmittel gegen eine Vielzahl an Beschwerden. Schon allein deshalb sollte es immer einen fixen Platz in unseren Küchenregalen einnehmen.

Fotoquelle 1 und 2: wikipedia.org
Fotos wurden unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht.

Informationen zum Artikel:

Weitere Artikel zum Thema:

Weiterblättern im Blog:

Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Ihr Kommentar wird vor der Freischaltung von uns auf SPAM geprüft.