Kardamom – weit mehr als ein kostbares Gewürz

Beheimatet ist die zur Familie der Ingwergewächse zugehörige staudenartige Pflanze in den tropischen Wäldern der steilen Malabarküste im Süden von Indien. In Asien und im arabischen Raum ist Kardamom (oftmals auch Cardamom oder Kardamon geschrieben) seit jeher ein viel geschätztes Gewürz. Bei uns in Mitteleuropa zählt er mit seinem feinen, süßlich-scharfen Aroma auch heute noch zu den eher exotischen und nur selten verwendeten Gewürzen. Aber vielleicht stimmt das doch nicht ganz und wir genießen ihn öfter als es uns bewusst ist?

Foto: ©Rainer Zenz

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Kardamom ist zum Beispiel ein Bestandteil des würzig scharfen Currypulvers, das schon lange nicht nur in asiatischen Restaurants die Speisen schmackhaft macht. Man findet ihn im Lebkuchen wieder, ebenso wie in Gewürztees oder im skandinavischen Glögg. Bei einem echten arabischen Mokka wird dem Kaffeepulver oftmals etwas geriebener Kardamom zugesetzt und auch das erfrischende Mango Lassi, das wir beim Inder genießen, wurde meist mit einer Prise dieses herrlichen Gewürzes verfeinert.

Nach dem Safran und der Vanille ist der Kardamon das vermutlich drittteuerste Gewürz der Welt. Man unterscheidet zwei Arten: den kleinwüchsigeren und aromatischen Malabarkardamom (lat: Elettaria cardamomum) sowie den etwas preisgünstigeren, nicht ganz so hochwertigen Ceylonkardamom (lat: Elettaria major). Verwertet werden von den Pflanzen die Samenkapseln. Sie müssen geerntet werden bevor sie aufplatzen und werden dann getrocknet. Die in ihnen befindlichen Samen enthalten u.a. die gesunden ätherischen Öle. Kardamom wirkt Wunder bei Blähungen und Krämpfen und ist ein Heilmittel für Probleme im Margen-Darm-Trakt. Zudem erfrischt er dem Atem, so dass er in Indien auch als Kaugummi Verwendung findet.
Heute wird Kardamom weltweit angebaut und zu den größten Exportländern zählen neben Indien und Sri Lanka u.a. Guatemala, Madagaskar, Vietnam und Tansania.

Tipp: Kardamom verliert schnell sein Aroma und man sollte – wenn möglich – Kardamomkapseln bevorzugen und diese in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Die Samen werden am besten immer erst unmittelbar vor dem Gebrauch aus den Kapseln herausgelöst und mit Hilfe eines Mörsers fein zerkleinert. Zum Würzen von warmen Speisen empfiehlt es sich, die zerriebenen Kardamomsamen am Beginn der Zubereitung hinzuzufügen, denn dieses Gewürz entfaltet sein volles Aroma erst durch die Einwirkung von Hitze.

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