Süßholz – die älteste gesunde Süßigkeit der Welt

Woher kommt die Redewendung „Süßholz raspeln“ und was steckt alles in der süßlich schmeckenden Wurzel dieser zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler gehörende Pflanze? Als am 4. November 1922 im Tal der Könige das Grab des berühmten ägyptischen Pharaos Tutanchamun entdeckt wurde, fand man unter den Grabbeigaben auch kleine Bündel aus Süßholzwurzeln. Sollten sie ihm nur den Weg ins Jenseits versüßen oder wofür wurden ihre Extrakte um 1300 v. Chr. sonst noch genutzt?

Durch das Kauen dieser in ihrem Inneren gelb gefärbten Wurzeln entfaltet sich in unserem Gaumen ein angenehmer, süßlicher Geschmack. In ihrer Rinde befindet sich der Wirkstoff Glycyrrhizinsäure, ein Glycosid, das die 50-fache Süßkraft von normalem Rohrzucker aufweist. Süßholzstangen und Süßholzwurzel ist die älteste Süßigkeit der Welt und da Süßes seinerzeit zu den großen Luxusgütern zählte, ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich damit gern “becircen” ließ.

Aber nicht nur das süßliche Aroma, auch die heilsame Wirkung der ursprünglich im Mittelmeerraum beheimateten, bis zu 1,5 Meter großen Süßholz Sträucher (lat: Glycyrrhiza glabra) waren schon vor Jahrtausenden bekannt. Die Extrakte aus ihren Wurzeln galten als Durstlöscher und wurden u.a. auch von den Alten Griechen, Römern und Assyrern vorbeugend oder gezielt gegen Beschwerden eingesetzt. Sie dienten als Heilmittel bei Asthma und Magengeschwüre sowie als Hilfe gegen allerlei Entzündungen und bakterielle Erkrankungen. Süßholz wirkt krampflösend, beruhigt die Schleimhäute und übt auf die Verdauungsorgane Magen und Darm einen äußerst positiven Effekt aus. Auch bei viralen Infekten leistet die Wurzel gute Dienste und bekämpft die Hepatitis A und Hepatitis C Erreger sowie die Herpesviren.
Der Wirkstoff Glycyrrhizinsäure weist laut neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen außerdem noch ähnliche pharmakologische Eigenschaften wie die menschlichen Hormone auf und spielt somit vermutlich eine Rolle bei der Wasserausscheidung sowie bei der Heilung von Geschwüren. Von seiner Wirkung her ähnelt er z.B. dem uns aus Arzneimitteln bekannten Cortison. Bei einigen Medikamenten dient Süßholz allerdings oftmals nur als Geschmacksverbesserer.

Der Einsatz von Süßholz ist heutzutage überaus vielfältig. So findet man beispielsweise die dieses heilsame Gewürz nicht nur in Arzneimitteln, sondern auch in Kräutertee, Kosmetika, Eiscreme und Süßwaren. Aus den Säften der Süßholzwurzel wird zum Beispiel u.a. die in Norddeutschland und in den Niederlanden sehr beliebte, gummiartige Lakritze hergestellt.
Während man hierzulande Lakritze nascht, an der Wurzel kaut oder Süßholztee trinkt, genießt man in Finland den „Salmiakki Koskenkorva„, einen hochprozentigen dunkelschwarzen Süßholzschnaps, der sehr stark nach Lakritze schmeckt.

In welcher Form auch immer man die „süße Wurzel“ am liebsten genießen mag, sie versorgt uns während der kalten Wintermonate mit gesundheitsfördernden Substanzen und hilft uns so den Alltag etwas zu versüßen.

Eine Reaktion zu “ Süßholz – die älteste gesunde Süßigkeit der Welt ”

  1. Heddy

    Meine Liebe ist mit den Bewertungen oberhalb von etwa Lakritze. Darüber hinaus fordert Lakritz in China Gan Chao, während in der indonesischen Sprache heißt Akar Manis. Die andere Leistungen als die oben erwähnten, auch Süßholz, um die Bauchspeicheldrüse zu nähren. Thanks a lot.

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