Olivenöl – welches ist das richtige?

Olivenöl ist ein unverzichtbarer Bestandteil der mediterranen Küche. Nicht nur rund ums Mittelmeer, sondern auch bei uns in Deutschland ist eine Flasche dieser Spezialität in fast jeder Küche zu finden. Aber bei keinem anderen Speiseöl gibt es eine so verwirrende Vielfalt bei der Farbe, dem Geschmack und letztendlich auch beim Preis.

Foto: Olivenöl - welches ist das richtige?

Foto: pixelio.de / © Matthias Koranzki

Dabei wird die Qualität von Olivenöl schon lange durch die Europäische Gemeinschaft geregelt und überprüft. Seit dem 1. November 2003 sind für den Verbraucher allerdings nur noch folgende vier Kategorien von Bedeutung.

  • Natives Olivenöl extra
  • Natives Olivenöl
  • Olivenöl
  • Oliventresteröl

Wodurch unterscheiden sich nun die einzelnen Kategorien?
Natives Olivenöl wird immer kalt gepresst, das heißt, die Oliven werden zerkleinert und das Öl wird durch Zentrifugieren oder mechanisches Pressen gewonnen. Den Zusatz „Extra“ erhält nur Öl, bei dem maximal 0,8 Gramm freie Fettsäuren pro 100 Gramm Öl enthalten sind.. Liegt der Anteil freier Fettsäuren zwischen 0,8 Gramm und maximal 2,0 Gramm fällt die Bezeichnung „Extra“ weg. Beide Sorten dürfen keinerlei Zusätze enthalten. Auch Geschmack und Geruch müssen einwandfrei sein
Die Bezeichnung „Olivenöl“ ohne irgendwelche Zusatzworte weist auf eine Mischung aus raffiniertem Olivenöl und nativen Olivenöl hin.
Oliventresteröl ist eine Mischung aus nativem Olivenöl und dem aus dem Trester gewonnenen Öl. Das Mischungsverhältnis ist bei den beiden letzten Kategorien nicht vorgeschrieben.
Legt man Wert auf Qualität, sollte man also nativ extra wählen.

Aber warum gibt es selbst bei dem völlig reinen nativen Olivenöl Extra Unterschiede in Farbe und Geschmack?
Das liegt daran, dass es ähnlich wie beim Wein zahlreiche Olivensorten gibt, deren Geschmack erheblich variieren kann. Auch das Anbaugebiet spielt eine Rolle. Zum Beispiel schmeckt das Öl der Aglandeau-und Picholine-Oliven aus Südfrankreich sehr mild mit einer leichten Süße, während die Sorte Lechin de Sevilla aus Andalusien ein kräftiges, grasartiges schmeckendes Öl mit Bittermandel-Aroma liefert.

Um das für den persönlichen Geschmack optimale Olivenöl zu finden, empfiehlt sich dieses Vorgehen.
Man füllt ungefähr zwei Esslöffel Öl in ein Sherryglas und bedeckt dieses mit einem Deckel. Unter leichtem Schütteln erwärmt man das Glas eine halbe Minute in der Hand. Nun prüft man den Geruch. Riecht das Öl angenehm fruchtig? Als letztes testet man den Geschmack. Ungefähr die Hälfte des Öls wird ausgiebig im Mund verteilt. Schmeckt das Öl mild oder eher bitter? Dabei kann eine leichte Bitternote durchaus erwünscht sein. Wenn die Kombination aus Geruch und Geschmack völlig befriedigt, hat man sein Lieblingsöl gefunden. Aber vielleicht liegt auch gerade in der Vielfalt des Geschmacks der Reiz.

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