Die Gewürznelke

Die Gewürznelke ist für die Weihnachtsbäckerei unentbehrlich. Aber es wäre schade, dieses aromatische Gewürz nur als Backzutat zu verwenden, gehört es doch zu den ältesten und bekanntesten Gewürzen.
Bereits vor 2500 Jahren wurde die Nelke in China gehandelt und nicht nur zum Würzen, sondern auch zur Verbesserung der Raumluft verwendet. Angebaut wurde der Nelkenbaum, der übrigens zu den Myrtengewächsen gehört, auf den Molukken, einer indonesischen Inselgruppe. Nach Europa kam die Nelke einige Jahrhunderte später, wie bei vielen anderen exotischen Gewürzen lag das Handelsmonopol lange Zeit bei den Niederländern. Noch heute gelten Amsterdam und Rotterdam als die Hauptumschlagsplätze für das indonesische Gewürz. Aber der Nelkenbaum wird inzwischen auch in Madagaskar, Tansania, Sri Lanka und Malaysia angebaut.

Die Gewürznelke ist nicht etwa die Frucht oder der Samen, sondern die Blütenknospe des Nelkenbaumes. Die rosaroten Blüten werden gepflückt, bevor sie sich öffnen und getrocknet. Dabei nehmen sie die dunkelbraune Farbe an. Ihrer an kleine Nägel erinnernden Form verdanken sie ihren Namen. In vielen Gegenden wird die Nelke als Nägeli bezeichnet. Auch in dem alten Wiegenlied „Guten Abend, gute Nacht“ findet sich diese Bezeichnung, das schlummernde Kind wird „mit Rosen bedacht, mit Näglein besteckt“.

Den charakteristischen Duft verdankt die Nelke einem hohen Anteil an ätherischen Ölen, vor allem dem Eugenol, das wir auch vom Zimtstangen kennen. Leider verflüchtigen sich ätherische Öle recht schnell und die Nelken verlieren an Würzkraft. Frische Nelken erkennt man an der Wasserprobe. Gibt man eine frische Nelke ins Wasser, stellt sie sich senkrecht mit dem Kopf nach oben oder sinkt zu Boden. Hat sie bereits einen großen Teil Öl verloren, schwimmt sie waagerecht. Frische Nelken fühlen sich außerdem leicht fettig an.

Nelken gibt als ganze oder als gemahle Nelken im Handel. Wie bei allen Gewürzen empfiehlt es sich, auch Nelken ganz zu kaufen. Sie passen Süßspeisen ebenso wie zu Rotkohl und Wildgerichten, und sie gehören unbedingt zum Glühwein. Auch sind diese in den meisten Glühwein Gewürzen enthalten. Wegen ihrer hohen Würzkraft sollten sie nur sparsam verwendet werden.

Man kann Nelken aber auch als Dekorationsobjekt verwenden. Eine mit Nelken gespickte Orange verbreitet im Zimmer ein angenehmes Aroma und ist auch ein nettes Mitbringsel bei einer Einladung zum Adventskaffee.

In der Naturheilkunde gilt die Nelke als wirksames Mittel bei akuten Zahnschmerzen und eine Mundspülung mit einigen Tropfen Nelkenöl oder das Zerkauen einer Nelke sorgt für frischen Atem.

Mit der beliebten Gartennelke hat der Nelkenbaum botanisch nichts gemein, aber die Blume wurde wegen ihres ähnlichen Duftes nach dem Gewürz benannt.

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