Doping für das Gehirn – können wir uns wirklich schlau essen?

Eine Esstherapie um das Hirn wieder auf Vordermann zu bringen, das klingt genial und schon fast nach Science Fiction. Früher ging man davon aus, dass wenn die Grundversorgung des Gehirns mit den wichtigsten Nährstoffen gewährleistet ist, unser Speiseplan keinen Einfluss auf unsere Intelligenz hat. Nun weiß man es besser: Ernährungswissenschaftler und Hirnforscher haben erste Beweise, dass unser tägliches Brot einen sehr großen Einfluss auf unser Denkvermögen ausübt und unsere kognitiven Fähigkeiten deutlich steigern kann. Kanadische Forscher fanden heraus, dass Schüler, die sich ausgewogener ernährten, auch deutlich besser lesen und schreiben konnten. Das Potential unseren IQ durch den Genuss von Lebensmitteln zu stärken wäre also gegeben. Aber wie können wir unseren Verstand schärfen und welche Getränke, Speisen oder Gewürze helfen uns dabei?

Eine dieser Wunderwaffen für unser Gehirn sind die sogenannten Omega-3-Fettsäuren. Ihr Verzehr bringt nachweislich ein geringeres Risiko an Altersdemenz oder Schizophrenie zu erkranken oder an Depressionen zu leiden. Außerdem verhindern sie Rechtschreibschwächen und steigern generell unsere Aufmerksamkeit. Dass diese äußerst gesunden ungesättigten Fettsäuren vor allem in Fischen wie Lachs, Heringe, Sardinen oder Sardellen vorkommen, das wissen sicher die meisten von uns, weitaus weniger bekannt ist, dass sie auch in Leinsamen enthalten sind und zwar in einer sehr beachtlichen Konzentration. Wer also Meeresfrüchten und -tieren weniger abgewinnen kann, der darf seinen täglichen Bedarf auch mit den geschroteten Samen des Flachs decken oder seine Speisen mit Leinöl würzen.
Interessant sind in diesem Zusammenhang Studien, die mit Ratten durchgeführt wurden. Die Tiere, denen ein mit Omega-3-Fettsäuren angereichertes Futter verabreicht wurde, konnten ihre verletzten Nervenzellen weitaus besser reparieren als jene Ratten, die normale Kost bekamen. Schlimm war es um jene Tiere bestellt, die wochenlang mit Junk-Food versorgt wurden. Die besonders fetten und kohlenhydratreichen Nahrungsmittel führten bei den Versuchstieren zu einem geistigen Abbau und zu einer erhöhten Anfälligkeit für Hirnschäden.

Ein fast ebenso effektives Dopingmittel für unser Denkorgan sind die in Beeren, Rotwein, Kakao oder Grünem Tee enthaltenen Flavonoide. Hierbei handelt es sich um wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die zur chemischen Gruppe der Polyphenole zählen und eine antioxidative, zellschützende Wirkung haben. Flavonoide verbessern nachweislich unser Langzeitgedächtnis, lassen unsere Neuronen (Nervenzellen) reifen und sorgen dafür, dass sie sich besser differenzieren können.

Ein weiteres altbewährtes Heilmittel, das sich positiv auf unser Gehirn auswirkt, ist das aus Südasien stammende Gewürz Kurkuma. Das in der Gelbwurz enthaltene Curcumin verleiht unseren Speisen und dem Currypulver nicht nur seine gelbe Farbe, sondern macht sie zu einer wahren Hirnmedizin. Es beschleunigt Heilvorgänge bei Verletzungen im Kopf und verwahrt uns vermutlich auch davor an Alzheimer zu erkranken.

Es gibt also in der Tat so etwas wie ein „Kluges Essen“. Jetzt müssten wir eigentlich nur noch „klug“ genug sein, es auch tatsächlich zu „essen“!

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