Lavendel – mehr als ein Duftkraut

Frankreich-Urlauber kennen diesen unvergleichlichen Duft sicher. Nicht mehr lange und in der Provence blüht wieder der Echte Lavendel. In Deutschland findet man den mehrjährigen und winterharten Strauch meist nur als Zierpflanze in Gärten, steht er doch im Ruf, lästige Blattläuse von den Rosen zu vertreiben.

Foto: LavendelblütenLavendelblüten
Fotograf: Matthias Bauer, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Aber der Lavendel ist nicht nur ein Duftkraut, das im Kräuterkissen sanfte Träume beschert und im Kleiderschrank die Motten vertreibt. In Südfrankreich hat man seine Würzkraft längst entdeckt. Lavendel ist neben Basilikum, Bergbohnenkraut, Majoran, Rosmarin, Salbei und Thymian ein Bestandteil der Herbes de Provence, der berühmten französischen Kräutermischung. Weniger bekannt, aber ebenfalls lecker ist das provenzalische Würzöl. Dazu werden die Kräuter der Provence in Olivenöl angesetzt. Auch Kräuterbutter lässt sich mit Lavendel verfeinern, und Lammbraten erhält mit Lavendel eine ganz spezielle Note. Zum Würzen eignen sich die ganz jungen zarten Triebe, man kann sie frisch oder getrocknet verwenden. Da Lavendel einen starken Eigengeschmack besitzt, sollte man ihn sparsam verwenden.

Wer den Lavendel-Geschmack liebt, findet noch viele andere Möglichkeiten, ihn in der Küche einzusetzen. Bekannt ist die beruhigende Wirkung von Lavendel-Tee, der deshalb gern als Einschlafhilfe getrunken wird. Gut gekühlt und mit Zitronensaft und Zucker abgeschmeckt, wird aus dem Tee eine erfrischende Limonade. Besonders hübsch wirken einige in Eiswürfel eingefrorene Lavendelblüten als Dekoration im Trinkglas.

Ein paar Lavendelblüten im Mürbeteig zaubern aus einfachen Keksen raffinierte Leckereien. Auch kandierte Lavendelblüten auf der Torte, dem Eisbecher oder dem Dessert sind ein attraktiver Blickfang und können unbedenklich mit verzehrt werden. Dazu werden die frischen Blüten in Eiweiß getaucht, mit Puderzucker bestreut und getrocknet. Lavendelblüten eignen sich auch, um Zucker zu aromatisieren, so hat man eine Alternative zum beliebten Vanillezucker. In Spezialitätengeschäften und manchmal auch in gut sortierten Supermärkten gibt es mittlerweile sogar Eiscreme und Schokolade mit Lavendelgeschmack.

Außerdem werden dem Lavendel zahlreiche Heilwirkungen nachgesagt. Er soll beruhigend, entspannend und krampflösend wirken, Erleichterung bei Migräne und anderen Kopfschmerzen, bei Neuralgien und rheumatischen Schmerzen bringen und den Blutdruck senken. Völlig zu Recht wurde er im vorigen Jahr vom Naturheilverein Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres gewählt.

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