Lorbeer – Gewürz- und Heilpflanze

Seit der Antike ist der Echte Lorbeer nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilpflanze bekannt. Die Griechen widmeten die Pflanze dem Gott Apollo, dem Schutzpatron der Heilkunst, der Musik und der Dichtung. Sie ehrten ihre Dichter mit Lorbeerkränzen, und Hippokrates, der wohl berühmteste Arzt der Antike, verordnete Lorbeer bei verschiedenen gynäkologischen Erkrankungen und nach Geburten als abschwellendes Mittel. Die Byzantiner würzten ihren Wein mit Lorbeer, um nervliche Leiden zu verringern.

Foto:  Echte LorbeerEchter Lorbeer
Fotograf: Esculapio, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Auch in der heutigen Zeit spielt Lorbeer vor allem in der Aromatherapie eine wichtige Rolle. Dabei kommt das Lorbeeröl, das durch Auspressen der schwarzen Beerenfrüchte gewonnen wird, zum Einsatz. Dieses salbenartige, grüne Öl wirkt durchblutungsfördernd und findet deshalb bei Gelenkerkrankungen und rheumatischen Schmerzen Anwendung. Auch bei Verstauchungen und Prellungen bringt Lorbeeröl Linderung. Allerdings reagieren viele Menschen auf Lorbeeröl allergisch, deshalb sollte man es nur verdünnt einsetzen, zum Beispiel 10 Tropfen Lorbeeröl auf 100 Milliliter Olivenöl, und damit die schmerzhaften Stellen vorsichtig einreiben.

Doch nicht nur die Früchte, auch die Blätter des Lorbeerbaumes enthalten ätherisches Öl. Es wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen und hat ebenfalls zahlreiche Heilwirkungen. Weil es antibakteriell und schleimlösend wirkt, wird es zum Inhalieren bei Atemwegserkrankungen und bei grippalen Infekten eingesetzt. Ebenso wird es wegen der starken antiviralen Wirkung bei Influenza und viraler Hepatitis empfohlen. Auch das aus den handverlesen Lorbeerblättern gewonnene Öl lindert rheumatische Beschwerden und andere Gelenk- und Muskelschmerzen auf Grund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften.

Neben seiner Heilwirkung sind die Lorbeerblätter geschnitten auch als Gewürz sehr beliebt. Suppen und Eintöpfe, Soßen, Fischgerichte und eingelegte Gurken erhalten durch getrocknete Lorbeerblätter eine kräftige Note. Getrocknete Lorbeerblätter können, ja sollten sogar mit gekocht werden, damit sie ihren Geschmack entfalten. Frische Lorbeerblätter hingegen dürfen nur kurz in der Speise ziehen, sie schmecken sonst bitter.

Echter Lorbeer ist leider nur bedingt winterhart, man kann ihn in unseren Breiten nicht im Garten anbauen. Als Kübelpflanze auf Balkon oder Terrasse mit einem kühlen, aber frostfreien Winterquartier gedeihen Lorbeerbäume auch in Mittel- und Norddeutschland. Wer Lorbeer vom eigenen Bäumchen ernten will, sei noch auf die Möglichkeit der Verwechslung mit Kirschlorbeer hingewiesen. Diese auch als winterharter Lorbeer bezeichnete Pflanze enthält in den Blättern geringe Mengen an Blausäure und kann deshalb nach dem Genuss Übelkeit hervorrufen.

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