Kurkuma – die vielseitige Heilpflanze

Curry ist nicht nur in Indien, sondern auch in Europa eine beliebte Gewürzmischung. Sie gilt wegen der Chilischoten, die den Wirkstoff Capsaicin enthalten und damit verdauungsfördernd sind, als Schlankmacher.

Inzwischen hat ein weiterer Bestandteil des Currypulvers Curry Madras die Aufmerksamkeit der Mediziner erweckt. Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, verleiht dem Curry die appetitliche gelbe Farbe, und wird deshalb auch als Ersatz für Safran verwendet.

Foto: Blütenstand der KurkumaBlütenstand der Kurkuma
Fotograf: Mababole, veröffentlicht unter der Creative Commons-Lizenz Attribution ShareAlike 2.5

In Indien wird die Wurzelknolle des Ingwer schon seit Jahrhunderten, vor allem in der Ayurvedischen Medizin, als Heilpflanze eingesetzt. Doch auch in der heutigen Zeit hat die Kurcumawurzel seine Berechtigung. In der Deutsche Arzneimittelvorschrift werden bisher nur Verdauungsbeschwerden als Anwendungsgebiet angegeben, denn Kurkuma regt die Säurebildung der Galle an, unterstützt so die Fettverdauung und ist eine wirkungsvolle Hilfe bei einem Blähbauch.

Der Wirkstoff Curcumin hemmt außerdem die Ausschüttung der entzündungsauslösenden Stoffe bei chronischen Gelenkerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis. Patientenstudien haben gezeigt, dass Curcumin so gut wie Hydrokortison wirkt, ohne dessen schädliche Nebenwirkung zu haben. Die Anwendung bei Rheumaschmerzen wird sogar von der WHO empfohlen.

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass Kurkuma ebenso wie die Vitamine C und Vitamine E zu den Antioxidantien gehört. Das bedeutet, es ist in der Lage, sogenannte freie Radikale, die unter anderem zur Hautalterung beitragen, zu neutralisieren. Deshalb enthalten verschiedene Anti-Aging-Präparate Curcumin.

Doch der Wirkstoff Curcumin ist offenbar sogar in der Lage, Krebszellen gezielt zu schädigen. Der US-amerikanische Wissenschaftler Ayyalusamy Ramamoorthy von der Universität Michigan hat mit seinem Forschungsteam in einer Studie nachgewiesen, dass die Curcumin-Moleküle die Zellmembranen der Krebszellen schädigen und damit die Stabilität der Krebszelle zerstören. Bei gesunden Zellen hingegen wird die Zellmembran durch die Curcumin-Moleküle stabilisiert und die Zelle wird so widerstandsfähiger gegen Bakterien.

Der Einsatz von Curcumin bei Lebererkrankungen und Lungenerkrankungen ist gegenwärtig ebenfalls Gegenstand der Forschung, wie das „Molecular Nutritional and Food Research“, eine internationale Zeitschrift für Lebensmittelforschung, vor einigen Monaten berichtete.

Will man sich den gesundheitlichen Effekt von Kurkuma im täglichen Leben zu Nutze machen, reicht es, statt mit der Curry Pikant Gewürzmischung mit Kurkuma zu würzen. Selbst die allgemein gebräuchlichen Mengen zeigen bereits Wirkung. Überdosieren kann man Kurkuma übrigens nicht, es ist selbst in größeren Mengen völlig unschädlich.

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