Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie

Das Angebot an Lebensmitteln und Fertigprodukten wird immer vielfältiger und breiter, aber leider reagieren auch immer mehr Menschen mit Allergien und Unverträglichkeiten auf bestimmte Bestandteile. Relativ häufig kommt eine Gluten-Unverträglichkeit vor, Ärzte sprechen bei dieser Krankheit von Zöliakie. Statistisch ist in Deutschland immerhin einer von 250 Menschen betroffen, zum Glück weisen nur etwa zehn bis zwanzig Prozent von ihnen krankhafte Symptome auf.

Gluten ist ein sogenanntes Klebereiweiß, das vor allem im Getreide vorkommt. Bei den an Zöliakie Erkrankten löst der Genuss von glutenhaltigen Lebensmitteln Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen und Blähungen oder Durchfall aus. Da die Funktion des Dünndarms durch die Entzündung gestört ist und somit die Nahrung nicht ausreichend verwertet werden kann, treten auch Mangelerscheinungen auf. Bei Kindern kann sich das in Wachstumsstörungen äußern.

Wird eine Zöliakie diagnostiziert, bringt zurzeit nur der lebenslange Verzicht auf Lebensmittel, die Gluten enthalten, völlige Beschwerdefreiheit. Bereits nach wenigen Wochen regeneriert sich die Darmschleimhaut und die Symptome verschwinden. Zu einer glutenfreien Diät gehört nicht nur der Verzicht auf Brot und Brötchen, die mit Roggen- oder Weizenmehl gebacken sind. Auch Pizza und Nudeln enthalten Getreidemehl, Bier enthält Gerste, und sogar Würstchen, Beefsteak, Eis und Ketchup und viele weitere Lebensmittel können Gluten enthalten. Deshalb ist die Einhaltung der Diät sehr schwierig. Doch seit 2005 müssen Lebensmittel auf ihren Glutengehalt gekennzeichnet werden.

Symbol für glutenfreie NahrungsmittelSymbol für glutenfreie Nahrungsmittel:
Deutsche Zöliakie Gesellschaft e.V

Viele glutenfreie Lebensmittel erkennt man an einem besonderen Siegel, einer durchgestrichenen Ähre. Als glutenfrei gilt ein Lebensmittel, wenn es weniger als 2 mg Gluten pro 100 Gramm enthält. Verbraucherfreundliche Supermärkte bieten glutenfreie Nahrungsmittel zusammen mit anderen Diäterzeugnissen in gesonderten Regalen an.

Folgende Getreidearten enthalten Gluten und sollten bei einer glutenfreien Diät unbedingt vermieden werden: Dinkel, Gerste, Grünkern, Hafer, Roggen, Weizen. Ebenso zu vermeiden sind solche Produkte, die aus Getreide hergestellt werden: Grieß, Graupen, Mehl, Müsli-Flocken, Paniermehl, Stärke, Teigwaren.

Als Getreide-Alternative bieten sich Amaranth, Buchweizen, Speisehirse,  Maismehl, Quinoa und Reis an.
Auch Gemüse, Obst, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Gewürze und Kräuter, Butter, Pflanzenöle, Quark, Naturjoghurt und Naturkäse, Milch und Buttermilch, Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Zucker, Honig und Nüsse sind unverarbeitet völlig glutenfrei. Es ist nur wichtig, bei der Zubereitung der Speisen darauf zu achten, dass auch die Zutaten glutenfrei sind, Fleisch und Fisch also nicht panieren, Gemüse und Soßen nicht mit Mehl andicken, Quark und Joghurt zum Beispiel mit Nüssen statt mit Müsli servieren.

Sicher bedeutet diese Diät eine große Ernährungsumstellung, aber bereits nach kurzer Zeit wird man feststellen, dass die aufgezeigten Alternativen durchaus schmackhaft und auch vielseitig sind.

Eine Reaktion zu “ Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie ”

  1. Nat

    Derzeit sind Angaben wie „sehr geringer Glutengehalt“ oder glutenfrei“ ja leider noch nicht verbindlich geregelt, doch mit der EG-Verordnung Nr. 41/2009 gelten ab dem 1. Januar 2012 die folgenden Grenzwerte.

    sehr geringer Glutengehalt – maximal 10 Milligramm je 100g
    glutenfrei – weniger als 2 Milligramm je 100g

    Lebensmittel, die das Siegel verwenden, werden sich aber bestimmt an die von Dir angesprochene Menge für die Kennzeichnung „glutenfrei“ bereits halten.

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