Mittelalterliche Küche

Im Mittelalter galt das Brot als wichtigstes Nahrungsmittel. Die Herstellung war nicht sonderlich schwer und Bauern als auch ihre Herren labten sich daran. Auf Grund der hohen Salzsteuer wurde das Brot hier zu Lande meist nicht gesalzen. Brot bestand oft aus Hafer oder Gerste aber auch aus Bohnen und Kastanien. Damals verwendeten die Bauern eigentlich alles zum Brotbacken, was sie finden und ohne Bedenken essen konnten. Neben dem Brot wurden auch verschiedene Breie aus Getreide zu den Mahlzeiten serviert. Der Brei wurde gleich dem Brot aus Gerste oder Hafer hergestellt.

Foto: Brote auf alte ArtBrote auf alte Art
Fotograf: Waltraud Kugler / pixelio.de

Für Abwechslung sorgten neben Pflaumen, Äpfeln und Birnen auch Beeren aus dem Wald sowie einheimische Gemüsesorten wie Rüben, Kürbis, Rettich und Kohl. Es war auch schon üblich Lebensmittel aus anderen Ländern zu importieren, doch da dies sehr teuer war, waren die meisten exotischen Speisen dem Adel und den Herren vorbehalten. So aßen diese zum Beispiel auch Limonen, Mandeln oder Datteln. Darüber hinaus ließ der Adel seine Speisen mit importierten Gewürzen wie Pfeffer, Safran, Ingwer und Zimt verfeinern. Das niedere Volk hingegen würzte meist mit einheimischen Kräutern wie Kümmel, Minze, Petersilie und Salbei.

Damals war es üblich sämtliche Nahrungsmittel, aber vor allem Fleisch und Fisch, stark zu würzen. Viele Speisen wurden durch Konservierung haltbar gemacht. Dafür wurden die Lebensmittel entweder eingesalzen, getrocknet oder geräuchert. Manchmal wurden Fisch und Fleisch auch in Essig oder Wein eingelegt, um diese länger haltbar zu machen. Da das Konservieren oft einen lästigen Beigeschmack oder aber auch gar keinen Geschmack hinterließ wurden viele Nahrungsmittel für heutige Verhältnisse sehr scharf gewürzt. Dies sollte helfen den Salz– oder Essiggeschmack zu überdecken. Darüber hinaus war es unter den Bauern üblich, dass sie an Heilkräfte einiger Kräuter glaubten und somit auch großen Wert auf eine Verfeinerung ihrer Speisen durch Gewürze legten.

Beliebte und erschwingliche Speisen waren zum Beispiel Bratäpfel gekocht in Wein oder Teigtaschen mit Äpfeln und Fleisch gefüllt sowie gebratenes Hühnchen mit vielen Gewürzen. Das Huhn wurde mit viel Estragon, Basilikum, Knoblauch, Kerbel und Majoran gefüllt und vor dem Braten in Öl mit Honig bestrichen. Dies gab dem Braten eine süßlich-deftige Note. Die Teigtaschen hingegen wurden mit Liebstöckel und sehr viel Pfeffer verarbeitet. Wenn es Salz gab wurde auch dieses verwendet. Für einen einfachen Weißkohleintopf benötigte man neben Schmalz auch Salbeiblätter und etwas Kümmel.

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