Rosmarin – unentbehrlich in der mediterranen Küche

Auch wenn der Rosmarin jetzt nur noch vereinzelt blüht, sein intensiver weihrauchähnlicher Geruch ist in den Mittelmeerländern fast das ganze Jahr gegenwärtig, denn an dem immergrünen Strauch duften nicht nur die Blüten, sondern auch die schmalen, nach unten eingerollten Blätter.

Sein intensiver, herb-aromatischer Duft machte ihn schon im Mittelalter für die Parfümhersteller interessant. Bereits 1370 wurde das „Ungarische Wasser“ als Parfüm registriert, das nach der Königin Elisabeth von Ungarn benannt wurde. Rosmarinöl ist heute noch ein Bestandteil des weltbekannten „Kölnisch Wassers“ und zahlreicher anderer Pflegeprodukte für Haut und Haar.

Foto: Rosmarinbusch

Auch als Naturheilmittel hat Rosmarin eine jahrhundertelange Tradition. Die Rosmarinblätter werden als Tee oder in Teemischungen verwendet und wirken kreislaufanregend. Auch Rosmarinbäder regen den Kreislauf an. Der Tee gilt ebenfalls als Mittel gegen Blähungen und wirkt verdauungsfördernd und appetitanregend.
Das aus den Blättern und Stängeln gewonnene Rosmarinöl wird meist äußerlich bei Durchblutungsstörungen, Gicht und Rheuma angewandt. Es enthält unter anderem Campher, Cineol, Borneol und Phenole. Die antiseptische Wirkung gegen verschiedene Schimmelpilze und Bakterien ist nachgewiesen, deshalb wird Rosmarin in der Naturheilkunde auch bei Ekzemen als Umschlag eingesetzt.

Natürlich ist Rosmarin auch ein beliebtes Küchengewürz. Nicht nur in der mediterranen Küche, sondern auch bei deutschen Feinschmeckern ist Rosmarin unentbehrlich, weil er sich nahezu universell einsetzen lässt. Er harmoniert gut mit Tomaten und Zwiebeln, Zitronen und Orangen, mit Knoblauch, Salbei und anderen Mittelmeerkräutern. Rosmarin ist deshalb Bestandteil vieler Kräutermischungen, zum Beispiel der Kräuter der Provence. Beliebt sind Rosmarinkartoffeln als Beilage, aber auch Risotto lässt sich mit Rosmarin würzen. Und Lammfleisch, Geflügel oder Kaninchen erhalten durch Rosmarinzweige ebenfalls eine pikante Note. Rosmarinblätter in der Grillmarinade verleihen dem Grillfleisch einen herb-würzigen Geschmack. Auch Schafskäse kann man in eine Marinade aus Rosmarin, roten Chilischoten, Knoblauch und Olivenöl einlegen und sich so ein Stückchen Erinnerung an den Urlaub in Griechenland nach Hause holen. Auch als Brotgewürz ist Rosmarin bestens geeignet.

Obwohl Rosmarin ein herbes, sogar leicht bitteres Aroma hat, passt er auch ganz ausgezeichnet zu süßen Speisen. Mit ihm kann man Johannisbeergelee oder Orangenmarmelade aromatisieren oder Kekse aus Mürbeteig verfeinern.

Bei dieser Vielseitigkeit ist es nicht verwunderlich, wenn so mancher Hobbykoch die frischen Rosmarinzweige gerne ständig zur Hand hätte. Das ist durchaus möglich, denn Rosmarin lässt sich nicht nur im Freiland, sondern auch im Kübel auf der Terrasse kultivieren. Und inzwischen gibt es sogar winterharte Sorten wie Hill Hardy, Veitshöchheim und Arp, die auch in unseren Breiten gut gedeihen.

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