Majoran in der Herbstküche

Nach der leichten Sommerküche wächst im nasskalten Herbstwetter der Appetit auf deftige Hausmannskost. Kräftige Eintöpfe, Wurstsuppe, Wellfleisch mit frischer Blut- und Leberwurst, sie alle brauchen für den intensiven Geschmack und den unvergleichlichen Duft unbedingt Majoran.

Foto: MajoranMajoran
Fotograf: Raulbot, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Ursprünglich stammt das zur Familie der Lippenblütler gehörende Würzkraut aus Kleinasien und wurde bereits vor Jahrhunderten im Mittelmeerraum heimisch. Die Bewohner des antiken Griechenlands opferten ihn als Weihrauch der Göttin Aphrodite, schenkten Hochzeitspaaren Girlanden aus Majoran und würzten ihren Wein damit, denn dem stark duftenden Kraut wurde eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

Heute gehört Majoran neben Schnittlauch und Petersilie zu den beliebtesten Gewürzen in der deutschen Küche. So verwundert es nicht, dass sich das größte zusammenhängende Anbaugebiet Europas rings um Aschersleben in Sachsen-Anhalt befindet. Das milde Klima und der lockere Boden begünstigen das Wachstum der Pflanze. Rund 450 Tonnen wurden in diesem Jahr hier geerntet und verarbeitet. Wer selbst Majoran ernten will, braucht lockeren sandigen Boden und einen sonnigen Platz im Garten. Der Majoran wird entweder im Februar im Haus aus Samen vorgezogen und nach dem letzten Frost in den Garten gepflanzt oder im Mai direkt ins Freiland gesät. Man kann auch Pflanzen im Fachhandel kaufen. Der Majoran wird je nach Sorte bis 50 Zentimeter hoch und blüht mit kleinen weißen bis rosa Blüten bis in den Oktober. Geerntet wird kurz vor der Blüte, weil zu diesem Zeitpunkt die Würzkraft am größten ist, aber ein paar blühende Stängel sollte man stehen lassen, sie sind ein hübscher Schmuck im Kräuterbeet und bieten den Insekten Nahrung. Doch wer keinen Garten hat, muss auf den herzhaften Genuss nicht verzichten. Getrockneter Majoran verliert bei entsprechender Lagerung kaum an Aroma und hält sich mindestens zwölf Monate.

Majoran regt die Verdauung an, er passt deshalb perfekt zu allen fetten Speisen. Der leicht brennende, herb-süße und aromatische Geschmack ähnelt dem des Thymians, gerne werden auch beide Gewürze zusammen verwendet, vor allem bei der Zubereitung von Wurst und Wurstsuppe. Deshalb ist der Majoran auch unter dem Namen Wurstkraut bekannt. Dem Griebenschmalz gibt der Majoran ebenfalls eine pikante Note, außerdem verhindert er, dass das Fett vorzeitig ranzig wird. Zur Kartoffelsuppe mit Speck passt der Majoran ebenso wie zum Bohneneintopf mit Hammel und zur Linsensuppe mit Rotwurst. Auch Gänse-, Enten- und Schweinebraten, Pilzgerichte und Bratkartoffeln lassen sich mit Majoran abschmecken.

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