Anis oder Sternanis – wo liegt der Unterschied?

Anis ist eines der beliebtesten Gewürze und sehr vielseitig zu verwenden. Sei es als Backzutat für Kuchen, Kekse oder Brot, für Süßspeisen, für Tee oder für Anislikör, der süße lackritzartige Geschmack gibt den Speisen und Getränken die unverwechselbare Note.

Aber mancher ist beim Gewürzkauf verunsichert, Anis oder Sternanis? Sind beides etwa Namen für das gleiche Gewürz? Nein, obwohl sich der Geschmack und der Geruch ähneln, sind Anis und Sternanis zwei völlig verschiedene Pflanzen.

Foto: Anis TeilfrüchteAnis Teilfrüchte
Fotograf: David.Monniaux, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Anis gehört zur Familie der Doldenblütengewächse, wie Dill und Fenchel. Die Pflanze ist einjährig, krautig und bevorzugt sonnige Standorte sowie einen reichhaltigen Boden. Als Gewürz werden die getrockneten Früchte verwendet, geerntet von August bis Ende September. Schon lange vor unserer Zeitrechnung schätzte man das Aroma der Anisfrüchte. Der geniale Mathematiker Pythagoras von Samos hielt Anisbrot für eine Delikatesse und auch der römische Dichter Virgil berichtete von Aniskeksen, einer Leckerei, die auch heute noch bekannt und beliebt ist.
Doch der schmackhafte Anistee ist auch ein altes Hausmittel bei Husten oder Verdauungsbeschwerden, das ätherische Öl wirkt schleimlösend und krampflindernd. Und noch ein Tipp für alle, die den Geschmack von Knoblauch lieben, aber den Geruch scheuen. Ein paar gut zerkaute Aniskörner vertreiben den Mundgeruch schnell.

Foto: Früchte des Echten Sternanis (Illicium verum) als GewürzFrüchte des Echten Sternanis (Illicium verum) als Gewürz
Fotograf: Ies, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Der Sternanis hingegen ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Sternanisgewächse, der in Südchina und Vietnam beheimatet ist. Der Baum trägt sogenannte Balgfrüchte, die wie kleine Sterne mit acht Taschen aussehen, in ihnen liegt jeweils ein Samenkorn. Vermahlen werden nicht nur die Samen, sondern die ganzen Früchte. Sternanis ist neben Fenchel, Gewürznelken, Zimt und Pfeffer Bestandteil des bekannten chinesischen Fünf-Gewürze-Pulvers, und unentbehrlich für die chinesische Küche.

In Europa wird der Sternanis ähnlich wie Anis verwendet, auch seine Anwendung als Naturheilmittel ist die gleiche. Das liegt daran, dass beide hauptsächlich den gleichen Wirkstoff Anethol in ihrem ätherischen Öl enthalten. Deshalb macht es in der Praxis kaum einen Unterschied, ob man mit Anis oder Sternanis würzt, Sternanis ist eventuell etwas intensiver im Geschmack. Übrigens kann man ganze Sternanisfrüchte auch in ein Duftpotpourri mischen oder für weihnachtliche Basteleien und Dekorationen verwenden. Die kleinen Sterne sehen nicht nur hübsch aus, sondern verbreiten auch einen dezenten, angenehmen und beruhigenden Duft.

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