Schon Hildegard von Bingen schätzte den Bockshornklee

Der Bockshornklee ist in der deutschen Küche nahezu unbekannt. Doch er ist eine Heil- und Gewürzpflanze mit einer langen Tradition. Bereits im alten Ägypten galt er als Heilmittel bei Brandwunden und auch in China war er unter dem Namen Hu Lu Pa als schleimlösendes Mittel bekannt. Hildegard von Bingen, die bekannte Heilkundige, lobte den Bockshornklee als wirksam bei verschiedenen Hauterkrankungen und Pfarrer Kneipp behandelte damit ebenfalls Geschwüre.

Heute wird der Bockshornkleesamen in der Naturheilkunde als Antidiabetikum eingesetzt. Er bewirkt eine Senkung des Blutzuckers und des LDL-Cholesterins. Äußerlich als Wickel angewendet, hilft er bei Entzündungen und als Tee wirkt er schleimlösend bei Husten und Bronchitis.

Aber natürlich ist Bockshornklee in erster Linie eine Gewürzpflanze. In Indien ist der Bockshornkleesamen Bestandteil von Curry und Chutney, in Äthiopien und Ägypten werden Fleisch- und Fischgerichte, aber auch Suppen und Eintöpfe mit den Samen gewürzt. In Russland gehört das Gewürz ebenfalls in Pilz- Kartoffel- und Zwiebelsuppen. Sogar der Kaffee wird in einigen arabischen Ländern mit den Samenkörnern aromatisiert. Deshalb sind Ägypten, China, Indien, Marokko und die Türkei wohl auch die Hauptlieferanten für das Gewürz.

Der Schmetterlingsblütler wird auch bei uns als Heil- und Futterpflanze angebaut und rund um das Mittelmeer wächst er wild, aber als Gewürz ist er in den westeuropäischen Küchen nur selten anzutreffen. Eine Ausnahme bilden die Alpenländer, dort wird er gern als Brotgewürz verarbeitet, zum Beispiel in den bekannten Vinschgauer Fladenbroten. Auch Schnittkäse mit Bockshornklee ist in Tirol sehr beliebt.

Obwohl das herbe Aroma nicht jedermanns Geschmack ist, sind die Bockshornkleesamen für Hobbyköche, die gerne mit neuen Geschmacksrichtungen experimentieren, empfehlenswert. Gerade jetzt in den Fastenwochen stehen öfter Gemüse- und Kartoffelgratins auf dem Speisezettel, dazu passt der etwas bittere, aromatische Bockshornklee, eventuell in Verbindung mit Kardamom und Muskat, ausgezeichnet. Für Aufläufe eignet sich gemahlener Samen am besten. Da er eine sehr hohe Würzkraft hat, sollte man nur sparsam dosieren, meist reicht schon eine Prise. Als Brotgewürz oder zum Bestreuen von Fleischgerichten und Fisch eignen sich die ganzen Samenkörnchen besser. Auch für Linsengerichte verwendet man die ganzen Samen, man kann sie wegen ihrer Härte zusammen mit den Linsen einweichen. Einen Versuch ist das beinahe in Vergessenheit geratene Gewürz auf alle Fälle wert.

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