Ayurveda-Gewürze für den Sommer

Am 21. Juni beginnt der kalendarische Sommer, sommerliche Temperaturen gab es aber schon in den letzten Tagen. Doch nicht alle Menschen vertragen ein Übermaß an Sommersonne. Der Appetit lässt nach, bei einigen ist auch der Kreislauf nicht stabil. Eine bewusste Ernährung kann helfen, diese negativen Auswirkungen zu mindern.

Im Ayurveda, der indischen Gesundheitslehre, gibt es dazu einige Tipps. Vom Juni bis September ist Pitta, das bedeutet Hitze, das in der Natur vorherrschende Dosha. Sehr scharfe und heiße Speisen unterstützen Pitta und sollten deshalb nicht auf dem Speiseplan stehen. Speisen und Gewürze hingegen, die kühlend und ausgleichend wirken, werden bevorzugt. Das sind vor allem Blattsalate, Blumenkohl, Brokkoli, Gurken, Karotten, Kürbis, Spargel, Zucchini und frisches Obst. Als Beilage eignet sich Reis. Drei Gewürze spielen in der Ayurveda-Küche im Sommer eine besondere Rolle: Fenchel, grüner Kardamom und Koriander.

Fenchelsamen wirken verdauungsfördernd und krampflösend bei Magen- und Darmbeschwerden, unterstützen Milz und Leber und helfen dabei, giftige Stoffwechselprodukte auszuscheiden. Besonders lecker sind die süßen und leicht scharfen Fenchelsamen in Salaten aus bitterem Blattgemüse wie Radiccio und Chicoree. Hülsenfrüchte werden durch die Zugabe von gemahlenen Fenchel leichter verdaulich. Als kühler Tee ist Fenchel ein ausgezeichneter Durstlöscher, eiskalt sollte er allerdings nicht getrunken werden.

Kardamom hat ebenfalls einen leicht scharfen und bitter-süßen Geschmack. Er stärkt Agni, das Verdauungsfeuer, und reduziert Pitta. Aber auch in der europäischen Naturheilkunde gilt Kardamom als Mittel gegen Brechreiz und Übelkeit. Das Gewürz regt den Stoffwechsel an, reguliert die Säureproduktion des Magens und lindert Blähungen. Die Ayurveda-Küche verwendet Kardamom vor allem in Reisgerichten und zur geschmacklichen Abrundung von Süßspeisen. Lassi, das traditionelle indische Joghurt-Getränk, kann mit Kardamom und Rosenwasser gewürzt werden. Auch in vielen Teemischungen sind Fenchel und Kardamom enthalten, zum Beispiel im Yogi Tee Sweet Chai.

Vom Koriander werden nicht nur die Samen, sondern auch die getrockneten Blätter (Korianderblätter) verwendet. Er wirkt entzündungshemmend im Verdauungstrakt und den Harnwegen und regt den Appetit an. Mit seinem frischen und aromatischen, leicht süßem Geschmack eignet er sich besonders für Gemüse- und Getreidegerichte.

Natürlich sind diese Gewürztipps nicht nur für Ayurveda-Anhänger geeignet, sondern für alle, die einfach einmal neue Geschmacksrichtungen ausprobieren und sich dabei gesund ernähren wollen.

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