Eine duftende Pflanzenschönheit – der Salbei

Bei den tropischen Temperaturen der letzten Wochen mag sich mancher an Großmutters Hausmittel erinnert haben – eine Tasse Salbeitee vor dem Schlafengehen verhindert nächtliche Schweißausbrüche.

Makroaufnahme von frischen Salbeiblättern.Makroaufnahme von frischen Salbeiblättern.
Fotograf: Adampauli, veröffentlicht unter der GNU Free Documentation License.

Der Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler gilt schon seit Jahrhunderten als Heilpflanze, sogar der botanische Name Salvia officinalis deutet darauf hin. Er ist vom lateinischen Wort salvare, zu Deutsch heilen, abgeleitet. Salbei enthält die ätherischen Öle Cineol, Kampfer und Thujon sowie Gerbstoffe, Flavonoide und Steroide. Er wirkt antibakteriell, desinfizierend und entzündungshemmend, daher wird er gerne bei Halsschmerzen zum Gurgeln eingesetzt. Als Mundspülung lindert er Entzündungen der Mundschleimhaut, wie sie zum Beispiel bei Parodontitis oder an Druckstellen von Prothesen entstehen.

Salbeibonbons sind bei Rachenentzündungen ebenfalls hilfreich. Mit älteren Kindern kann man diese Bonbons auch selbst herstellen. Dazu benötigt man 10 Gramm frischen oder 5 Gramm getrockneten und fein gerebelten Salbei und 100 Gramm Zucker. Der Zucker wird in einem flachen Topf vorsichtig karamellisiert, er darf nicht zu braun werden. Dann wird der Salbei untergerührt und die Karamellmasse wird zum Auskühlen auf Backpapier getropft. Bevor die Bonbons ganz fest sind, werden sie vom Backpapier gelöst und mit den Fingern zu Kugeln gerollt. Dabei ist Vorsicht geboten, die Bonbonmasse ist am Anfang extrem heiß.

Aber der Salbei ist auch als Gewürzpflanze unentbehrlich. Sein würzig-bitterer Geschmack passt besonders gut zu Eintöpfen und Suppen, zu Hammel und Wild, zu Nudeln, Kräuterquark, Hülsenfrüchten und Fisch. Auch besonders schwere und fette Speisen sollten mit Salbei gewürzt werden, da er die Verdauung fördert. Salbei entwickelt, im Gegensatz zu Paprika, der beim Braten bitter wird, seinen vollen Geschmack erst, wenn er im heißen Fett mit angebraten wird. Auch lange Kochzeiten intensivieren den Geschmack. Besonders gut verträgt sich Salbei mit anderen kräftigen Gewürzen wie Knoblauch, Zwiebeln, Rosmarin oder Chili, zarte Aromen kommen neben dem kräftigen herben Salbeigeschmack kaum zur Geltung. Salbeiblätter gehören zu den wenigen Kräutern, deren Aroma beim Trocknen nicht leidet. Getrockneter Salbei kann genau wie die frischen Blätter verwendet werden, man braucht zum Würzen nur eine kleine Menge. Deshalb kann man Salbei als Gewürz auch unbedenklich täglich verwenden. Salbeitee hingegen ist auf Grund des Thujongehaltes nicht für den Dauergebrauch gedacht, sondern nur bei Bedarf als Heilmittel.

Übrigens ist der Salbei nicht nur eine vielseitige Heil- und Gewürzpflanze, sondern mit seinen silbrig-grünen Blättern, den blauen Blüten und dem unverwechselbaren Duft auch eine Zierde in jedem Staudenbeet.

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